Im Oktober und November ist KFZ-Wechselsaison. Viele Mandanten machen sich auf der Suche nach einer günstigeren Autoversicherung. Welche Stolperfallen es dabei gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

„Wer billig kauft, kauft zweimal.“ hat schon so manche Großmutter ihrem Enkel gesagt. Auch in der KFZ-Versicherung trifft das zu. Wer im Wechselwahn das Hauptaugenmerk auf günstige Preise legt, hat im Schadenfall nicht selten das Nachsehen. Folgende Klauseln sollten Sie bei der Auswahl einer neuen Autoversicherung beachten:

Einschluss der groben Fahrlässigkeit

Wenn Sie grob fahrlässig handeln, kann die Versicherung die Leistung verweigern. §81 des Versicherungsvertragsgesetzes sagt in (2): „Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.“ Wählen Sie am besten einen Tarif, der die grobe Fahrlässigkeit mit einschließt. Was könnte eine grobe Fahrlässigkeit sein? Hier ein paar mögliche Beispiele: Sie überfahren ein Stopschild. Sie heben das heruntergefallene Handy auf. Sie tragen Flip-Flops beim Autofahren. Sie fahren im Sommer noch mit Winterreifen. Sie fahren zu schnell usw.

Zusammenstoß mit Tieren jeglicher Art

In der Teilkaskoversicherung ist der Zusammenstoß mit Wildtieren versichert. Welche dazu zählen, ist im Bundesjagdgesetz hinterlegt. Dazu zählt vorrangig Haarwild wie Rehe, Hirsche, Wildschweine etc. Viele Versicherungstarife beschränken sich darauf. Ein Zusammenstoß mit einem Hund, einem Waschbären, einem Schaf etc. wäre dann nicht versichert. In manchen Fällen haftet der Halter. Was aber, wenn dieser nicht ausfindig zu machen ist (weil das Tier beispielsweise davonrennt). Unsere Mandanten haben schon größere Schäden erlitten, bei denen das Tier nicht mehr aufzufinden war. Hier sollte also auf den Einschluss von Tieren jeglicher Art geachtet werden.

5 Stolperfallen in der KFZ Versicherung

Marderbiss und Folgeschäden

In der Teilkaskoversicherung ist der berüchtigte Marderbiss teilweise begrenzt versichert. Die Schläuche und Kabel selbst werden oft bezahlt, liegen aber kostenmäßig manchmal sogar unterhalb der Selbstbeteiligung. Wenn aber eine defekte Leitung einen größeren Schaden verursacht (Elektronik, Motor etc.), kann es teuer werden. Hier sollten die Folgeschäden möglichst hoch eingeschlossen sein. Auch die Erweiterung auf Tierbiss anstelle von alleinigem Marderbiss kann sinnvoll sein.

Neuwertentschädigung

Die Neuwertentschädigung ist eine Zusatzklausel in der Vollkaskoversicherung. Im Falle eines Totalschadens ersetzt die eigene Versicherung den Neuwert (SF-Klassenverlust beachten). Die Neuwertentschädigung sollte möglichst lange gelten. Gute Policen schließen sie z.B. 24 Monate ein. Danach wird nur noch der Zeitwert des Autos erstattet. Da Neufahrzeuge aber gerade am Anfang schnell an Wert verlieren, bleibt oft eine Differenz, die der Käufer (also Sie) zu tragen hat. Auch das Knüpfen von Bedingungen an die Neuwertentschädigung sollte genau geprüft werden. Bei manchen Versicherern müssen Sie z.B. der Erstbesitzer sein. Bei Vorführwagen oder Tageszulassungen kann es schon Probleme geben.

Abzug „neu für alt“

Angenommen, Ihr Fahrzeug wird nach einem Schaden repariert und erhält durch eine Neulackierung oder neue Teile eine Wertsteigerung. Der Versicherer kann in so einem Fall die Leistung entsprechend kürzen, da er nur den sogenannten Zeitwert ersetzen muss. In guten Tarifen ist ein solcher Abzug begrenzt oder bestenfalls ausgeschlossen.

Wenn Sie sich nur auf Onlinevergleichsportale verlassen, gehen solche Punkte oft unter. Sprechen Sie mit Ihrem Finanzberater und lassen Sie einen Vergleich berechnen – ganz nach Ihren Anforderungen.

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